intel core ultra series 3

So sind die Intel Core Ultra Series 3: Panther Lake und 18A

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Escrito por Edu Diaz

Januar 6, 2026

Wenn du die nächste Welle an Laptops mit dem Label „AI PC“ genau verfolgst, willst du im Kern vor allem eines wissen: Was bringen die Intel Core Ultra Series 3 (Panther Lake) wirklich Neues, wie sind sie aufgebaut, was versprechen sie bei der Leistung – und was bedeuten die NPU-Werte für Copilot+-PC-ähnliche Funktionen? Entscheidend ist dabei nicht eine einzelne Kennzahl, sondern das Gesamtpaket aus Chiplet-Architektur, dem Sprung auf 18A und einer sehr zeitgemäßen Konnektivitätsausstattung.

Intel positioniert Panther Lake als Weiterentwicklung seines modularen Ansatzes: Statt eines monolithischen Chips kommen mehrere Silizium-„Bausteine“ (Tiles) zum Einsatz, die per Foveros-Packaging auf einer Basis zusammengefügt werden. Das erlaubt es, Komponenten je nach Zielsegment zu kombinieren und zugleich je nach Teil des Prozessors unterschiedliche Fertigungsprozesse einzusetzen – etwas, das in der Branche 2026 fast schon als Standard gilt, technisch aber weiterhin ein anspruchsvolles Puzzle bleibt.

Tile-Architektur und die Rolle von Intel 18A

Bei Panther Lake wird das Chiplet-Konzept in Form mehrerer spezialisierter Tiles umgesetzt, die via Foveros auf einem „Base Tile“ montiert sind. Am wichtigsten – vor allem mit Blick auf die Fertigungsstrategie – ist das Compute Tile, in dem sowohl die CPU-Kerne als auch die NPU (Neural Processing Unit) untergebracht sind. Dieses Tile fertigt Intel im 18A-Prozess, und es gibt zwei Varianten: eine mit bis zu 16 CPU-Kernen und eine mit bis zu 8 Kernen.

Der Rest des Chips stammt nicht vollständig aus Intel-Fertigung. Das Platform Controller Tile, zuständig für den Großteil des I/O, wird bei TSMC gefertigt – ebenso wie die High-End-Variante des Grafik-Tiles mit 12 Kernen. Im Kontrast dazu steht eine einfachere Ausführung des Grafik-Tiles mit 4 Kernen, die Intel in einem älteren Prozess, Intel 3, produziert, der bislang vor allem in Xeon-Server-CPUs zum Einsatz kam. Das ist eine auffällige Mischung: das Neueste und das Bewährte in einem Produkt, erkennbar mit dem Ziel, Kosten, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit zu optimieren.

Diese modulare Herangehensweise erlaubt es Intel, die Bausteine wie Blöcke zu kombinieren und drei klar abgegrenzte Panther-Lake-Ausprägungen anzubieten: 16‑Kern-CPU + 12‑Kern-GPU, 16‑Kern-CPU + 4‑Kern-GPU sowie 8‑Kern-CPU + 4‑Kern-GPU. Darüber hinaus wird die restliche Core-Ultra-Series-3-Familie durch Varianten ergänzt, bei denen einzelne CPU- und GPU-Kerne deaktiviert sind – eine gängige Taktik, um das Portfolio zu staffeln und die Ausbeute in der Produktion besser zu nutzen.

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Leistung, Akkulaufzeit und NPU: das entscheidende Dreieck

Aufmerksamkeit erzeugen soll Panther Lake vor allem mit den Zahlen, die Intel für die ambitioniertesten Modelle nennt. Der Hersteller sagt, dass die High-End-Varianten der Core Ultra Series 3 beim CPU-Multicore-Tempo bis zu 60% schneller sein können als die Core Ultra 200V, die sie ablösen – und zugleich bis zu 77% mehr Leistung bei der integrierten GPU bieten. Das sind große Prozentsätze, die typischerweise für hochgezogene Augenbrauen und geöffnete Vergleichstabellen sorgen, aber stark davon abhängen, wie gemessen wird, welche Workloads zugrunde liegen und welche thermischen Limits die Notebook-Hersteller jeweils konfigurieren.

Auch die Akkulaufzeit nutzt Intel, um die Botschaft zu untermauern. Als Beispiel nennt das Unternehmen ein „Lenovo IdeaPad reference design“ mit einem Core Ultra X9 388H, das Netflix in 1080p für 27,1 Stunden wiedergeben soll. Diese sehr konkrete Zahl hilft, die Effizienz greifbar zu machen – in der Praxis schwankt das Ergebnis jedoch oft deutlich, abhängig von Display, Akku, Energieprofilen, aktiver Konnektivität und auch davon, wie aggressiv der Hersteller den Turbo auslegt. Trotzdem: Wer möchte nicht ein Notebook, das einen Streaming-Marathon durchhält, ohne dass das Netzteil gefühlt zur Pflichtausstattung wird?

Beim Thema KI vereinheitlicht Intel die Aussage: Alle Panther-Lake-Modelle erhalten die gleiche NPU mit bis zu 50 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde). Diese Kennzahl ist aus zwei Gründen relevant. Erstens übertrifft sie die 40 TOPS, die für das Copilot+ PC-Label von Microsoft gefordert werden, und passt damit zu den lokal ausgeführten KI-Erlebnissen, die aktuell als neue Notebook-Normalität vermarktet werden. Zweitens macht sie die Wettbewerbslage greifbar: Intel bleibt unter den 60 TOPS, die AMD für Ryzen AI 400 angibt, und unter den 80 TOPS, die Qualcomm für seine Snapdragon X2 in Aussicht stellt. Das ist nicht zwangsläufig ein Urteil, aber eine hilfreiche Referenz, um zu verstehen, wie die Anbieter ihre KI-„Muskelkraft“ positionieren.

Moderne Konnektivität und was der Launch andeutet

Abseits von CPU, GPU und NPU bringt Panther Lake eine Konnektivitätsausstattung mit, die zu dem passt, was man von Laptops der nächsten Generation erwartet: Wi‑Fi 7, Bluetooth 6.0 und bis zu vier Thunderbolt-4-Ports. Dieses Trio macht sich im Alltag oft stärker bemerkbar, als es auf dem Datenblatt wirkt: leistungsfähigere WLANs, moderne Peripherie und eine solide Basis für Docks und Monitore – ohne Rätselraten, welcher Port was unterstützt.

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Dazu kommt eine strategische Lesart. Die Vorstellung dieser Chips Ende des Monats hat eine Fußnote: Panther Lake verzögert sich um etwa einen Monat gegenüber dem, was Intel im Oktober kommuniziert hat. So formuliert wirkt es wie eine kleine Abweichung – und im Kontext früherer, deutlich stärker verschobener Zeitpläne ist es vermutlich auch nicht das dramatischste Szenario. Wirklich wichtig ist jedoch, was dahintersteht: das Hochfahren der 18A-Fertigung bei Intel, ein notwendiger Schritt, um die Tür zur Auftragsfertigung für Dritte zu öffnen – eine Linie, die Intel seit fast fünf Jahren vorantreibt, angestoßen unter dem damaligen CEO Pat Gelsinger.

Anders gesagt: Core Ultra Series 3 soll nicht nur das Notebook-Erlebnis verbessern, sondern ist auch ein Gradmesser für die industrielle Umsetzungskraft. Ob diese Generation am Ende zum Wendepunkt wird oder nur ein kurzfristiges Aufbäumen darstellt, wird sich an finalen Geräten, ihren Konfigurationen und an nachhaltiger Performance jenseits der Schlagzeilen zeigen. Technisch betrachtet klingt Panther Lake jedoch nach einem modularen, pragmatischen Design, das auf mehreren Ebenen gleichzeitig gewinnen will – auch wenn das Rezept Zutaten aus unterschiedlichen Küchen kombiniert.

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Edu Diaz

Mitgründer von Actualapp und begeisterter Anhänger technologischer Innovationen. Mit einem Geschichtsstudium und beruflich als Programmierer verbinde ich akademische Strenge mit Begeisterung für die neuesten Technologietrends. Seit über zehn Jahren bin ich Technologie-Blogger und mein Ziel ist es, relevante und aktuelle Inhalte zu diesem Thema anzubieten, die allen Lesern verständlich und zugänglich sind. Neben meiner Leidenschaft für Technologie schaue ich gerne Fernsehserien und teile gerne meine Meinungen und Empfehlungen. Und natürlich habe ich eine klare Meinung zu Pizza: definitiv keine Ananas. Begleiten Sie mich auf dieser Reise durch die faszinierende Welt der Technologie und ihre vielfältigen Anwendungen in unserem Alltag.