Wenn du in Roblox ein Erlebnis erstellst und dich fragst, warum es nicht als spielbar erscheint oder warum im Creator Hub eine rote Warnmeldung auftaucht, liegt die Ursache meist am selben Punkt: am System zur Alterseinstufung. Roblox verlangt, dass alle Spiele und Erlebnisse ein Reifegrad-Label haben, bevor sie veröffentlicht werden können, und ermöglicht außerdem, ein Mindestalter festzulegen, um zu steuern, wer Zugriff erhält – besonders praktisch, wenn du Inhalte zunächst mit einer begrenzten Gruppe testen willst, ohne sie gleich für alle zu öffnen.
Die Idee ist einfach: Roblox will Inhalte klar kennzeichnen und die Plattform für Minderjährige sicherer machen. Dafür müssen Creator einen Fragebogen ausfüllen, der ein Content-Label festlegt (Minimal, Mild, Moderate oder Restricted). Und ja, die Details sind entscheidend, denn eine falsch gesetzte Einstufung kann die Sichtbarkeit deines Spiels beeinflussen und bestimmen, wer es spielen darf. Ist das nicht genau die Art von Einstellung, die man beherrschen möchte, bevor das eigene Erlebnis Tausende Spieler erreicht?
So weist du im Roblox Creator Hub ein Reifegrad-Label zu
Der Vorgang erfolgt am Computer im Roblox Creator Hub und dreht sich um den Bereich Maturity & Compliance. Melde dich zuerst an, öffne den Tab Create und wähle das Erlebnis aus, dem du die Einstufung zuweisen möchtest. Falls du den verpflichtenden Schritt noch nicht abgeschlossen hast, siehst du eine rote Meldung, dass der Inhalt noch nicht öffentlich spielbar ist.
In der Erlebnis-Ansicht suchst du im Seitenmenü den Bereich Audience und öffnest Maturity & Compliance. Dort findest du den Maturity & Compliance Questionnaire – ein Formular mit Fragen, in denen du den „erwachsensten“ Inhalt deines Erlebnisses deklarierst. Am besten behandelst du das wie ein technisches Audit: Antworte nach dem maximalen Intensitäts-Peak, nicht nach dem Durchschnitt, denn genau das bestimmt das finale Label.
Zu den typischen Fragen gehört unter anderem, ob Gewalt vorkommt und in welcher Intensität oder Häufigkeit, ob Blut gezeigt wird (und ob es realistisch ist), ob es Schreck-Elemente gibt, derbe Witze, starke Sprache, romantische Bezüge in privaten Räumen oder in Erwachsenen-Umgebungen, Alkohol oder ob der Kern des Spiels ein „Social Hangout“ ist. Ebenfalls berücksichtigt werden private Bereiche, freie Nutzer-Erstellung, sensible Themen, zufallsbasierte kostenpflichtige Items oder der Handel mit kostenpflichtigen Gegenständen, die Möglichkeit, Medien zu teilen, Interaktionen zwischen Spielern mit generativer KI sowie die Darstellung von nicht spielbarem Glücksspiel (zum Beispiel auf dem Bildschirm, ohne dass der Spieler tatsächlich wetten kann).

Wenn du fertig bist, kannst du die Antworten prüfen und eine vorläufige Einstufung sehen. Anschließend reicht es, auf Submit zu klicken, um das endgültige Label zuzuweisen und das Erlebnis öffentlich spielbar zu machen. Im Roblox-Ökosystem ist dieser Schritt wie die Qualitätskontrolle vor dem Release: Ohne ihn bleibt deine Kreation privat.
Was die Labels bedeuten: Minimal, Mild, Moderate und Restricted
Das Ergebnis des Fragebogens ist eines dieser vier Content-Labels. Auch wenn die Bezeichnungen auf Englisch sind, ist die Logik recht klar: Mit jeder Stufe erweitert sich die Art von zulässigem Inhalt – und damit auch, welches Publikum Zugriff erhält.
Minimal gilt für Erlebnisse, die vereinzelt leichte Gewalt enthalten können und höchstens geringe Mengen unrealistischen Bluts. Das ist die „harmloseste“ Einstufung in einem Umfeld, in dem selbst ein scheinbar unschuldiges Spiel Kampfmechaniken haben kann.
Mild bedeutet, dass im Verlauf implizite oder unrealistische Gewalt vorkommt und leicht erschreckende Inhalte auftauchen können. Ebenfalls möglich sind größere Mengen unrealistischen Bluts und etwas derber Humor. In der Praxis ist das ein typisches Niveau vieler stilisierter Action-Spiele auf Roblox: Es gibt Impact, bleibt aber wenig grafisch.
Moderate setzt die Schwelle höher: Hier sind bereits realistische, aber nicht grafische Gewaltdarstellungen enthalten, etwa eine Verletzung. Es kann Schreckbilder geben, eine geringe Menge realistischen Bluts und eine moderate Portion derben Humors. Außerdem darf auf dieser Stufe Glücksspiel auf dem Bildschirm gezeigt werden – allerdings ohne, dass der Spieler wetten kann.
Restricted ist die strengste Einstufung. Sie steht für starke Gewalt und realistisches Blut, inklusive grafischer Darstellungen von Tod, und kann außerdem starke Sprache, viel derben Humor, romantische Themen oder Situationen, Glücksspiel, „Social Hangouts“, KI-Interaktionen oder Alkohol beinhalten. Solche Inhalte sind nur für Personen ab 18 Jahren verfügbar, die zudem ihr Alter verifiziert haben.
Ein wichtiger Punkt: Diese Einstufung ist nicht nur ein „Siegel“, sondern ein echter Zugangsbeschränker. Wenn dein Erlebnis in Restricted fällt, verändert sich nicht nur die Wahrnehmung des Inhalts, sondern ganz konkret die potenzielle Zielgruppe. Und bei Roblox ist Reichweite alles – selbst wenn du bewusst eine Nische ansteuerst.

So stellst du das Mindestalter ein – und was bei Fehlern passiert
Neben dem Reifegrad-Label erlaubt Roblox auch, ein Mindestalter für Spieler festzulegen, um den Zugriff nach Gruppen zu steuern. Laut Plattform kann dir das helfen, dein Erlebnis etwa für Tests (zum Beispiel mit Beta-Testern) verfügbar zu halten – wobei wichtig ist: Für eine öffentliche Veröffentlichung musst du den Fragebogen trotzdem ausfüllen.
Die Einstellung findest du ebenfalls im Creator Hub: Melde dich an, gehe in den Creator-Bereich, wähle das Erlebnis aus, öffne Audience und gehe zu Access Settings. Dort kannst du zwischen All Ages, 9+, 13+ oder 18+ wählen. Dieser Schalter wirkt wie ein zusätzliches Gate, ergänzend zum Reifegrad-Label, um genauer festzulegen, wer dein Erlebnis betreten darf.
Wenn du nach einem Update deines Spiels der Meinung bist, dass das zugewiesene Label nicht mehr passt, kannst du den Fragebogen zurücksetzen und erneut ausfüllen, um eine neue Einstufung zu erhalten. Allerdings nennt Roblox eine wichtige Einschränkung: Du kannst den Fragebogen nicht erneut durchlaufen, wenn dein Spiel bereits das Label Restricted hat.
Und wenn du glaubst, dass die Moderation falsch entschieden hat? In diesem Fall kannst du laut Roblox über den Roblox Support Einspruch einlegen, den Verstoß auswählen und begründen, warum du einen Fehler vermutest. Das ist der formale Weg, wenn das System den tatsächlichen Inhalt des Erlebnisses nicht korrekt abbildet.
Zum Schluss noch ein Hinweis, den man sich wirklich merken sollte (vor allem, wenn du Formulare „optimierst“, als wäre es ein Competitive-Build): Wenn Roblox Abweichungen zwischen deinen Angaben und dem tatsächlichen Inhalt deines Erlebnisses feststellt, kannst du eine Moderationsbenachrichtigung erhalten – und je nach Schwere kann dein Spiel eingeschränkt, entfernt oder sogar zu einer Kontosperre führen. In einem Umfeld, in dem generative KI bereits als Variable im Fragebogen auftaucht, geht das Ausreizen von Grenzen selten gut aus.

