WhatsApp rollt nach und nach eine Funktion aus, die speziell für Familien gedacht ist: von Eltern verwaltete Konten (parent-managed accounts). Die Idee dahinter ist simpel und passt zu dem, was wir auch bei anderen Plattformen sehen: Ein Kind oder Jugendlicher kann ein eigenes Konto nutzen, das jedoch mit dem Konto von Mutter, Vater oder einer erziehungsberechtigten Person verknüpft ist, sodass bestimmte Datenschutzeinstellungen von dort aus gesteuert werden. Wenn du wissen willst, was genau hinter dieser Neuerung steckt, wen sie betrifft und vor allem, wie man sie einrichtet, findest du hier die Erklärung auf Basis der offiziellen Informationen.
Wichtig ist allerdings ein praktischer Hinweis vorab: Der Rollout erfolgt schrittweise, daher kann es sein, dass die Option in deiner Region noch nicht angezeigt wird. Und wie so oft bei solchen Funktionen reicht es nicht, „einfach WhatsApp zu haben“: Voraussetzung ist die neueste Version der App – sowohl auf dem iPhone als auch unter Android. Denn im App-Universum gilt weiterhin: Ohne Update läuft nichts.
Was sind diese Konten und für wen sind sie gedacht?
Von Eltern verwaltete Konten sind für Nutzerinnen und Nutzer unter 13 Jahren verfügbar – oder unterhalb des in ihrem Land oder ihrer Region vorgeschriebenen Mindestalters für WhatsApp. Anders gesagt: WhatsApp orientiert sich an den lokalen Vorgaben, und die Altersgrenze kann je nach Wohnort variieren.
Die Einrichtung muss durch einen Elternteil oder eine gesetzliche erziehungsberechtigte Person erfolgen, die mindestens 18 Jahre alt ist. Das Kind hat sein eigenes Konto auf dem Smartphone, mit eigener Nummer und eigenem Profil, aber die Kontrolle über bestimmte Parameter (vor allem rund um Datenschutz) ist an das Konto des Erwachsenen gekoppelt. Das implizite Ziel: Familien sollen weniger Reibung haben, wenn Kinder kommunizieren sollen – aber in einem stärker beaufsichtigten Rahmen, damit das erste Messaging-Konto nicht zum „Sprung ins kalte Wasser“ mit Chats und Gruppen wird.
WhatsApp weist außerdem darauf hin, dass diese Konten die aktuelle Version von WhatsApp für iPhone oder Android voraussetzen. Wenn ihr Geräte gemischt nutzt (Android beim Kind, iPhone beim Erwachsenen – oder umgekehrt), bleibt die Anforderung identisch: Die App muss auf beiden Geräten auf dem neuesten Stand sein.

So erstellst du ein von Eltern verwaltetes Konto – Schritt für Schritt
Der Ablauf ist so gestaltet, dass er auf dem Smartphone des Kindes beginnt und die Verknüpfung anschließend über einen QR-Code am Gerät des Erwachsenen abgeschlossen wird. Praktisch ist das ein Prozess ähnlich wie beim Koppeln von Geräten in modernen Diensten – mit dem Unterschied, dass diese Verbindung festlegt, wer bestimmte Einstellungen einsehen und ändern darf.
1) WhatsApp auf dem Smartphone des Kindes installieren
Lade WhatsApp Messenger aus dem Google Play Store oder der App Store auf das Gerät des Kindes herunter. Öffne die App, wähle die Sprache aus und tippe auf Akzeptieren und fortfahren.
2) Die Einrichtung des verwalteten Kontos starten
Gehe auf dem Startbildschirm zu Weitere Optionen und wähle Ein von Eltern verwaltetes Konto erstellen. Registriere anschließend die Telefonnummer des Kindes und verifiziere sie wie bei einer normalen Anmeldung.
3) Geburtsdatum eingeben und Alter bestätigen
WhatsApp fragt das Geburtsdatum ab, um zu prüfen, ob das Kind in den entsprechenden Bereich fällt. Das Unternehmen ergänzt dabei einen wichtigen Hinweis: Je nach gesetzlichen Vorgaben im jeweiligen Land können Apple oder Google WhatsApp statt einer manuellen Eingabe lediglich die Altersstufe des Kindes übermitteln. Falls diese Altersstufe nicht stimmt oder du das genauer verstehen möchtest, verweist WhatsApp auf die Hilfebereiche von Apple oder Google beziehungsweise auf die Geräteeinstellungen.
4) Das Konto des Erwachsenen verknüpfen
Nach der Altersbestätigung tippe auf Weiter, um das Konto mit einem Elternteil zu verknüpfen. Auf dem Smartphone des Kindes wird ein QR-Code angezeigt, der mit der Kamera des Smartphones des Erwachsenen gescannt werden muss. Durch das Scannen öffnet sich WhatsApp auf dem Gerät der erziehungsberechtigten Person, um die Verknüpfung abzuschließen.
5) Wenn der Erwachsene kein WhatsApp hat, muss er es installieren
WhatsApp erklärt, dass – falls noch kein Konto des Erwachsenen existiert – zunächst WhatsApp Messenger aus dem Google Play Store oder der App Store installiert werden muss, bevor es weitergeht. Danach ist Akzeptieren und fortfahren zu bestätigen.
6) Altersprüfung beim Erwachsenen und Erstellung einer Eltern-PIN
Der Erwachsene muss bestätigen, dass er volljährig ist, und anschließend eine 6-stellige Eltern-PIN erstellen. Diese PIN ist nicht nur Formalität: Sie wird benötigt, um auf die Datenschutzeinstellungen des Kinderkontos zuzugreifen und Änderungen vorzunehmen; WhatsApp betont ausdrücklich, dass sie nicht mit dem Kind geteilt werden sollte. Bestätige die PIN und schließe den Vorgang mit Weiter und Fertig ab.
7) Einrichtung auf dem Smartphone des Kindes abschließen
Zurück auf dem Gerät des Kindes wird die Eltern-PIN eingegeben und Weiter ausgewählt. Danach ist das verwaltete Konto einsatzbereit, und das Kind kann typische Profilangaben wie Name und Foto ergänzen.
Das Ergebnis: Es ist nicht einfach nur „Konto erstellen und fertig“, sondern eine explizite Verknüpfung zwischen dem Gerät des Kindes und der Aufsicht durch den Erwachsenen – mit einer PIN als Schlüssel für sensible Änderungen.
Nachrichten, Gruppen und die Kontrolle über das Elternkonto
WhatsApp ordnet diese Konten in eine Reihe von Hilferessourcen zu Nachrichten und Gruppen bei von Eltern verwalteten Konten ein, ergänzt um spezielle Abschnitte dazu, wie Daten und Privatsphäre in diesen Profilen geschützt werden. Unabhängig davon ist der zentrale operative Punkt in den offiziellen Informationen klar: Der Erwachsene benötigt die Eltern-PIN, um auf die Datenschutzeinstellungen des Kindes zuzugreifen und sie zu ändern. Damit entsteht eine bewusst gesetzte Trennung: Das Kind nutzt die App, steuert diese Parameter aber nicht allein.
Ein weiterer wichtiger Hinweis, um Überraschungen zu vermeiden: Da der Rollout schrittweise erfolgt, siehst du die Option, das verwaltete Konto über Weitere Optionen anzulegen, in deinem Land möglicherweise noch nicht. Dann ist – soweit es die Quellen hergeben – die sinnvollste Empfehlung, WhatsApp aktuell zu halten und später erneut zu prüfen, weil die Verfügbarkeit vom regionalen Rollout abhängt.
Insgesamt passt diese Neuerung zu einem klaren Trend: Private Messenger versuchen, realistischere Werkzeuge für Familien anzubieten, ohne die Nutzung in ein Einstellungs-Labyrinth zu verwandeln. Und für alle, die seit Jahren beobachten, wie „das erste Handy“ oft auch „das erste soziale Netzwerk“ ist, ist ein geführter Ablauf mit QR-Verknüpfung und PIN zumindest ein Schritt hin zu einer geordneteren Verwaltung.

