Das Samsung Galaxy Z Flip 8 richtet sich klar an alle, die ein kompaktes faltbares Smartphone mit auffälligem Design und mehr als genug Leistung suchen, aber nicht zwingend eine Kamera auf Profi-Niveau benötigen. Der Test vermittelt ein recht eindeutiges Bild: Für anspruchsvolle Creator ist es nicht das ausgewogenste Smartphone, wohl aber eines der attraktivsten Klapp-Foldables für alle, die Formfaktor, Außendisplay und KI-Funktionen höher gewichten als den perfekten Zoom.
Mit einem Einstiegspreis von 1.249 € (1.199,99 US-Dollar) in der Originalquelle fällt der Preis deutlich ins Gewicht. Im Gegenzug bietet Samsung ein dünneres, leichteres und ausgereifteres Gerät als den Vorgänger, mit einem leistungsstarken Snapdragon-Prozessor, einem nützlicheren Außendisplay und einem rosafarbenen Design, das kurioserweise darauf ausgelegt scheint, selbst bei Nutzern Aufmerksamkeit zu wecken, die seit Jahren fest im Apple-Ökosystem verankert sind.
Faltbares Design: dünner, leichter und mit viel Charakter
Das Galaxy Z Flip 8 behält die Grundidee des modernen Klapphandys bei, verfeinert aber Details, die bei diesem Format wichtiger sind, als es zunächst wirkt. Geöffnet verfügt es über ein 6,9 Zoll großes FHD+-AMOLED-Display mit 120 Hz Bildwiederholrate; geschlossen setzt es auf ein äußeres HD+-AMOLED-Panel mit 4,1 Zoll, ebenfalls mit 120 Hz. Dieses Außendisplay ist keineswegs nur Zierde: Samsung hat die Bedienung überarbeitet, damit Widgets und Apps leichter erreichbar sind, auch wenn nicht alle Anwendungen direkt dort funktionieren.
Auch das Gehäuse wurde weiterentwickelt. Die Abmessungen betragen geöffnet 166,9 x 75,4 x 6,1 mm und geschlossen 85,7 x 75,4 x 13,1 mm, bei einem Gewicht von 180 Gramm. Damit ist es schlanker als das Galaxy Z Flip 7 und verschwindet mit einer Selbstverständlichkeit in der Hosentasche, die viele große Smartphones schon vor Generationen verloren haben, als scheinbar alle Geräte zu einer kleinen Notfall-Tablet-Alternative werden wollten.

Samsung setzt außerdem auf Hardware aus flexiblem Titan, um das Scharnier zu verstärken und die Sichtbarkeit der Falz zu reduzieren. Der beschriebene Eindruck ist solide, und die Knickstelle des flexiblen Displays tritt deutlich weniger in den Vordergrund. Farblich erscheint das Gerät in Rosa, Creme, Graphit und Mint, doch vor allem die rosa Variante bündelt einen großen Teil des visuellen Reizes.
Leistung, Software und KI: Der Snapdragon-Sprung ist spürbar
Einer der zentralen Punkte des Galaxy Z Flip 8 ist sein Prozessor. Nach der Kritik am Exynos-Chip des Vorgängermodells verbaut Samsung hier den Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy, kombiniert mit 12 GB RAM sowie Speicheroptionen mit 256 GB oder 512 GB. In Geekbench 7 erreichte das Gerät 2.658 Punkte im Single-Core- und 7.157 Punkte im Multi-Core-Test, Werte, die es in den genannten Benchmarks über dem Motorola Razr Ultra platzieren.
Im Alltag bedeutet das, dass das Smartphone mehrere Apps parallel bewältigen, KI-Prozesse direkt auf dem Gerät ausführen und insgesamt flüssig reagieren kann, ohne dass der kompakte Formfaktor wie eine Ausrede für weniger Leistung wirkt. Das wirkt sich auch auf die Bildverarbeitung aus, auch wenn das Ergebnis dort nicht immer so stark glänzt, wie man es bei einem Smartphone dieser Preisklasse erwarten könnte.
Die Ersteinrichtung ist unkompliziert, wenn man bereits von einem anderen Galaxy-Gerät kommt, auch wenn recht viele Bildschirme mit Bedingungen und Berechtigungen bestätigt werden müssen. Samsung hat zudem an der Migration von iOS und am Zusammenspiel mit Apple-Geräten gearbeitet. Die Funktion Quick Share, die vom Ansatz her an AirDrop erinnert, erlaubt das Senden von Fotos, Videos und Dateien an Geräte in der Nähe, einschließlich Apple-Hardware; das ist besonders praktisch, wenn man auf einem MacBook bearbeitet oder arbeitet.
Bei der künstlichen Intelligenz fällt das Paket umfangreich aus: Zugriff auf Gemini LM, sechs Monate Google AI Pro und KI-gestützte Werkzeuge zur Fotobearbeitung. Um die Google-Dienste besser auszuschöpfen, kann es außerdem hilfreich sein, nachzulesen, wie man bei Google wie ein Profi sucht. Der Radierer kann unerwünschte Elemente entfernen, von Personen im Hintergrund bis hin zu kleinen Details in einem Selfie; bearbeitete Bilder erhalten zudem eine Kennzeichnung für KI-generierte Inhalte sowie eine digitale Markierung.

Kameras und Fazit: attraktiv, aber nicht für alle
Der heikelste Punkt des Samsung Galaxy Z Flip 8 sind die Kameras. Es verfügt über einen Hauptsensor mit 50 MP, ein Ultraweitwinkelmodul mit 12 MP und eine interne Selfie-Kamera mit 10 MP. Für die meisten Nutzer dürfte das Ergebnis ausreichen, erreicht aber nicht das Niveau, das jemand erwarten würde, der beruflich auf hochwertige Fotos und Videos angewiesen ist. Im Test fielen teils etwas übersättigte Szenen auf sowie bei starkem Licht Aufnahmen mit einer gewissen Überbelichtung in den hellsten Bereichen.
Interessanterweise funktionierte der Digitalzoom besser als erwartet, sogar im Vergleich zu Eindrücken mit dem Galaxy Z Fold 8, obwohl keines der beiden Geräte über ein Teleobjektiv für hochwertigen optischen Zoom verfügt. Wo das Flip 8 klar im Vorteil ist, sind Selbstporträts mit der Hauptkamera: Klappt man es zu, zeigt das Außendisplay eine Live-Vorschau, sodass man sich mit den besseren Sensoren ins Bild setzen kann. Angesichts dieser Möglichkeit verliert die interne Selfie-Kamera deutlich an Bedeutung, fast wie jener Anschluss, den niemand nutzt, der aber vorsichtshalber weiterhin vorhanden ist.
Für wen passt dieses Foldable also? Für alle, die ein anderes, kompaktes und leistungsstarkes Smartphone mit guten KI-Funktionen wollen, aber weder eine 200-MP-Kamera noch 8K-Videoaufnahme benötigen. Wer braucht das im Alltag wirklich? Das Galaxy Z Flip 8 bleibt ein Smartphone mit viel Persönlichkeit, ideal für jüngere Zielgruppen, Nutzer, die Stil und Hosentaschentauglichkeit priorisieren, oder alle, die dem immer gleichen rechteckigen Smartphone entkommen möchten, ohne zum Buchformat der Fold-Modelle zu wechseln.
Der Preisaufschlag gegenüber der vorherigen Generation belastet die Bewertung, auch wenn Wechsel- und Vertragsangebote von Mobilfunkanbietern den Schlag abfedern könnten. Als designorientiertes Foldable überzeugt das Galaxy Z Flip 8; als fortgeschrittenes Fotowerkzeug bleibt es einen Schritt dahinter.

